Wie Brünn Großstadt wurde

Der Beginn liegt in der Mitte des 19.Jahrhunderts. 1851 wurden 27 Vororte eingemeindet, der Charakter einer Großstadt dadurch geschaffen. Die erste freie Wahl eines Bürgermeisters schloß diese Entwicklung ab.

Es war dies für die Jahre 1851 – 1855 Anton Haberler. Ihm folgten bis zur Errichtung der Tschechoslowakischen Republik (1918) acht weitere deutsche Bürgermeister. Wollen Sie mehr über diese erfahren und über ihr Wirken für die Entwicklung der Stadt klicken Sie auf "Die deutschen Bürgermeister Brünns"

Der Wandel zur Stadt wurde durch die Schaffung vieler öffentlicher Einrichtungen (Gas- und Wasserleitungen, Kanalisation, Straßenbefestigung und -beleuchtung, Wohlfahrtseinrichtungen usw.) beschleunigt. Die bis dahin schon sehr prägende Industrie wurde weiter gefördert.

Immer noch aber war der historische Stadtkern hauptsächlich von Deutschen bewohnt, während die "Arbeiter der Faust" Tag für Tag aus den Vorstädten und dem Umland in die Fabriken strömten.

Dieser Zustand erfuhr einen grundsätzlichen und folgenreichen Wandel nach der Gründung der ČSR, der ersten tschechoslowakischen Republik. Ohne Zweifel drängte alles nach Veränderung, war doch seit der Eingemeindung von 27 Ortschaften (1851) viel Zeit vergangen, hatten viele Veränderungen Platz gegriffen. Karel Kuča schrieb in BRNO (aus dem Jahre 2000) dazu:

 

Administrative Erweiterung der Stadt Brünn im Jahr 1919

„Am 16. 4. 1919 wurde die Stadt Brünn durch die Erweiterung um die Städte Königsfeld und Hussowitz, sowie um die Gemeinden Schimitz, Julienfeld, Malmeritz, Obran, Retschkowitz, Medlan, Sebrowitz, Komein, Jundorf, Steinmühle, Kohoutowitz, Bohonitz, Priesenitz, Alt-und Neu-Leskau, Unter-und Ober-Gerspitz, Kumrowitz, Czernowitz, Nennowitz, Turas und Latein erweitert. Damit hat sich die Fläche der Stadt von 1.732 ha auf 12.379 ha vergrößert (1930 auf 12.376 ha). Mit dieser Maßnahme konnte endlich ein Gebiet Groß Brünn geschaffen werden, dessen Entwicklung im Rahmen der demokratischen ersten Republik eine konzeptionelle Gestaltung ermöglichte. Die Fläche von Brünn hat sich in den folgenden Jahren nicht mehr geändert. Erst 1937 zeigte das Städtchen Lösch Interesse an einer Integration, diese konnte allerdings erst 1944 vollzogen werden.“

Und ohne Zweifel bleibt, daß die Entwicklung zu einer zeitgemäßen Großstadt diese Erweiterung zwingend vorschrieb.

Kommentar d. Redaktion:
Was allerdings auf der Strecke blieb, daß war eine, die beiden Nationalitäten berücksichtigende Verwaltungsstruktur, wie es bei Beachtung des wenige Jahre vorher verabschiedeten „Mährischen Ausgleichs“ möglich, ja erforderlich gewesen wäre. Offensichtlich war das „neue Staatsvolk“ so im Freudentaumel des neuen, eigenen Staates befangen, daß es die Ratschläge ihrer, noch gar nicht so alten „Altvorderen“ in den Wind schlug.

 

Der Anteil deutscher Unternehmer und Fachleute an der Entwicklung der Stadt

Textilindustrie

Schwerindustrie

Gewerbe – Handel - Wirtschaft

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